[ Gottesdienst und Predigt am 7.10.2007 ]
 

Predigt zu Markus 4, 1-8

Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand.
Diese Worte haben wir vorhin gesungen und uns zugleich daran erinnert, dass wir als Gottes Geschöpfe eingebettet sind (und angewiesen auf) einen grossen Lebenszusammenhang, den wir nicht immer durchblicken/ verstehen(wollen).

Wachstum und Gedeihen, Sehnsucht nach Erfolg und Wohlergehen – Wünsche Dir wir an unser Leben stellen, jeder von uns auf seine/ihre besondere Weise, in der Familie, Partnerschaft, im Berufsleben und in all unserem Tun und Denken – besonders bei Neuanfängen, (und) erst recht bei einer Geburt und Taufe.

Wie erreichen oder erstreben wir unsere Ziele?
Manchmal ungeduldig, hartnäckig, nur auf den vermeintlichen/erstrebten Erfolg hin fixiert.
Oft mühen wir uns ab, kämpfen nur mit dem Ziel vor Auge.
Und wenn es nicht so rauskommt, wie wir es dachten und erhofften, dann sind wir schnell enttäuscht oder sagen uns: Logisch/Kein Wunder, musste ja so kommen.

Von Erfolg und Misserfolg – oder sagen wir lieber, von Erwartungen und gelebter Hoffnung – handelt der heutige Predigttext.
Er steht beim Evangelisten Markus am Beginn des Wirkens Jesu (und vieles lässt darauf schliessen, dass es um die Ausbreitung von Jesu Botschaft geht.)

Predigttext
(1) Wieder begann er, am See zu lehren. Um ihn herum versammelte sich eine sehr große Volksmenge, so dass er in ein Schiff stieg, sich setzte, und vom See aus sprach. Das ganze Volk blieb am Seeufer auf dem Land. (2) Vieles lehrte er sie in Gleichnissen. Er lehrte sie: (3) »Hört zu! Bauersleute gingen hinaus, um zu säen. (4) Beim Säen fiel nun einiges auf den Weg. Da kamen die Vögel und pickten es auf. (5) Anderes fiel auf dünnen, felsigen Boden, wo es nicht viel Erde fand. Sofort ging es auf, weil es keine tiefe Erdschicht vorfand. (6) Als die Sonne aufging, verbrannte es. Und weil es keine tiefen Wurzeln gefasst hatte, vertrocknete es gänzlich. (7) Anderes fiel zwischen die dornigen Pflanzen. Die Dornenbüsche wuchsen und erdrückten es, und es trug keine Frucht. (8) Wieder andere Samenkörner fielen in gute Erde. Indem sie aufgingen und heranwuchsen, trugen sie Frucht – einige trugen dreißigfach, andere sechzigfach, manche hundertfach.«
(nach der Übertragung der „Bibel in gerechter Sprache“, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 22006)

Das Bild vom Sämann -
Jesus wählt ein Bild alltäglicher Erfahrungen – wie immer, wenn er mit vielen Menschen ins Gespräch kommen will, nimmt er Beispiele aus der Erlebniswelt seiner Zuhörer. Die Menge ist so gross, dass er ins Boot steigen muss und vom See aus redet.

Menschen kamen von weit her und versammelten sich, um seine befreiende Botschaft zu hören. Befreiung geschah und geschieht durch Erkenntnis, Erkenntnis im Glauben, (die die Logik übersteigt und die Normalität durchbricht.) Aber was ist hier das befreiende Wort, das Jesus den Menschen mit auf den Weg gibt? Vielleicht braucht es eine (kleine) Weile, bis uns etwas von dem entgegenleuchtet, was diese Erzählung bereithält.

Ich lade Sie ein, sich einen Moment lang in die Person des Sämanns hineinzuversetzen. Das Bild (van Gogh), welches Sie vor sich haben, möge Ihnen dabei helfen.

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Mit der Hand, nicht mit einem Gerät sät er aus, mit einem weiten Wurf (Bewegung!). Er hat (auch) nicht eine große Fläche vor sich, wo jedes Korn auf den gleichen Boden fällt. Er streut Erwartungen, Hoffnungen, die wachsen und gedeihen sollen. Wird das Korn aufgehen und wenn ja, wann?

Lenken wir den Blick von diesem Bild in unseren Alltag, wo setzen wir unsere Erwartungen an, wo setzen wir uns für etwas ein, das Frucht bringen soll?
Situationen aus unserem Leben ziehen vor unserem Auge vorbei, Erwartungen und Hoffnungen drängen sich in den Vordergrund.
Da gab es Momente, wo wir Hoffnung ausgestreut haben, behutsam einen Samen legten, etwas entwickeln wollten: in Gedanken, Beziehungen und Freundschaften, in Ideen und Projekten der Gemeindearbeit.

Gingen die Körner (immer) auf, und wenn ja, dann und so wie wir wollten?

Oder lenken wir den Blick auf unsere aktuelle Situation.
Einige von Ihnen setzen sich für das Zusammenleben in der Gemeinde ein, für Ökumene und Integration der verschiedenen Generationen und Kulturen, im Kleinen für eine gerechtere und friedliche Welt, sorgen für Bildung, andere wirken in Politik und Gesellschaft – (wir) streuen Körner aus – doch wir wissen manchmal nicht, wann und was dabei herauskommt und ob es überhaupt einmal Früchte trägt.

Gehen die Körner auf und wenn ja, wann?
Auch der Sämann mag sich diese Fragen stellen (macht diese Erfahrung).

Zunächst erscheint das Verhalten des Sämanns verschwenderisch.
Er sät grosszügig und scheinbar unachtsam oder ziellos: der kostbare Samen fällt auf den Weg, anderes auf felsigen Boden und wieder anderes unter Dornen. Drei Viertel der Saat gehen verloren. Ganz verständlich wirkt die Methode des Säens für uns wohl nicht. Kein Wunder dass die Saat nicht aufgeht, mag man da denken.

Der neutestamentliche Theologe Joachim Jeremias sagte einmal, erst wenn wir wissen, wie damals gesät wurde, können wir das Gleichnis vom Sämann verstehen.
Erhellend wirkt ein kurzer gedanklicher Ausflug ins alte Palästina, wenn wir erfahren, dass dort vor dem Pflügen gesät wurde. Unser Sämann aus dem Gleichnis schreitet also über das ungepflügte Stoppelfeld. Dann wird auch begreiflich, warum er auf den Weg sät. Absichtlich besät er den Weg, den die Dorfbewohner über das Stoppelfeld getreten haben, weil der Weg mit eingepflügt werden soll. Absichtlich sät er auf die Dornen, die verdorrt auf dem brachen Feld stehen, weil auch die mit umgepflügt werden sollen. Und dass Saatkörner auf das Felsige fallen, kann jetzt nicht mehr überraschen: die Kalkfelsen sind von dünner Ackerkrume bedeckt und heben sich kaum nicht mehr vom Stoppelfeld ab.

Was uns also als Ungeschick erscheint, erweist sich für palästinensische Verhältnisse als Normalfall. – Sicherlich haben es die Körner, die auf das gute Land fallen, einfacher aufzugehen, aber auch diejenigen, die auf den Weg oder unter die Dornen gelangen, haben eine Chance zu gedeihen.

Die Hälfte des Textes schildert den Misserfolg und scheint damit auch die Erfahrung des Sämanns wiederzuspiegeln.

Vögel – sie picken die Saat weg, Erwartungen die einfach weggepickt werden, plötzlich und unerwartet wird uns etwas genommen, schauen wir ins Leere, wollen, aber können nicht begreifen. Der Blick nach vorn bleibt (uns) verdunkelt, die Perspektive fehlt.
Hier die geschürten Erwartungen und da die bittere Realität. Frust und dann Ohnmacht.

Gedanken an Menschen, die aufgrund ihrer besonderen Lebenserfahrung müde geworden sind, von Angst und Depression gefangengenommen sind.
Und an die Menschen in den Teilen dieser Welt, denen wenig zu erhoffen bleibt, sei es aus Armut, Hunger oder Krankheit.

Neben den Vögeln der steinige Boden:
Grund der nicht Frucht bringt, der kalt und unbeweglich ist, der nichts aufnimmt und durch den nichts dringen will.
Versteinerte Menschen, die den Kopf in den Sand stecken, wo mangelnde Feuchtigkeit das Aufnehmen von nährendem Grund und Lebenssinn verhindert.

Und die Dornen:
Hass und Gewalt, die sich ausbreiten. Lautes Geschrei, das die leisen Töne erstickt. Egoismus und Feindseligkeit, die gemeinsames Wachsen verhindern. Sie verletzen und lassen Träume platzen.

Das Säen scheint keinen Erfolg gehabt zu haben – war alles umsonst?

Fast scheint die Predigt am Ende angelangt zu sein, wenn nicht Jesus noch einen Satz anfügt: Und einiges fiel auf gute Erde, ging auf und wuchs und brachte Frucht…
Diesen Satz, liebe Gemeinde, kennen Sie nur zugut, er steht gut sichtbar hinter mir und bildet sozusagen den Zielpunkt unseres Blicks und auch der heutigen Predigt.

I Semi germogliarono, crebbero e fecero frutto.

Dieser Satz kann nicht oft genug gesagt und gehört werden.
Darum sagt auch Jesus gleich dazu: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Wie schnell überhören wir heute solche guten Nachrichten.
Die Botschaft von der wachsenden Saat scheint wie in der Geschichte so auch in unserem Alltag allzuoft immer mehr unterzugehen, in Enttäuschungen, Klagen über vergebliche Mühe, in Kirche und Gesellschaft.

Aber für die Menschen, die diese Worte unter grossem Aufwand und mühsamer Arbeit in den Wandteppich eingewoben haben, sind es wichtige, (keine selbstverständlichen), vielleicht die wichtigsten Worte überhaupt in diesem Beispiel Jesu.
Ihre  Erfahrungen, unsere (ganz eigenen) Erfahrungen haben sie mit eingewebt: Verborgenes, das nach langer Zeit Frucht brachte.
Es gibt Hoffnung, auch wenn vieles in einer Zeit geprägt durch Erwartungsdruck, Perfektion und Beschleunigung dagegen zu stehen scheint und selbsternannte Propheten uns vom Gegenteil überzeugen wollen.

Negativ-Meldungen scheinen die vielen kleinen und kostbaren Pflanzen, die gesät werden, niederzudrücken und sich besser zu verkaufen. Aber da sind die vielen Versuche und Erfolge, wo Menschen aufeinander zugehen, sich füreinander Zeit nehmen, nach einem Streit versöhnen, Generationen, die einander zur Seite stehen – und: die vielen Aktivitäten in Ihrer Gemeinde…

Bellinzona und seine evangelisch-reformierte Gemeinde: ein gut gemischt zusammengesetztes Kornfeld (multikulturell), dessen Frucht gerade mit den älteren dazugezogenen Menschen wächst. Reiche Erfahrungen und Gaben, die untereinander und nach aussen eingebracht werden und auf Entfaltung drängen.

Aus diesem Blickwinkel ergibt sich eine neue Lesart des Gleichnisses:
Der Bauer geht (wie auf dem Bild vor Ihnen) unbeschwert über das Feld, er streut seinen Samen aus, im Wissen, dass einiges nicht aufgehen wird, aber auch in der Hoffnung und Gewissheit, dass einiges, nein vieles von dem, was er sät, aufgeht, er streut Gottes Wort, in der Hoffnung, dass es möglichst viele Menschen erreicht und ihr Leben bestimmt, verändert, erneuert.

Die Erzählung vom Sämann lädt uns ein, die in uns verborgenen Gaben und Fähigkeiten zu entdecken, sie zur Entfaltung zu bringen und in Fülle zu nutzen, damit sie andere anstecken, und unzählbar Frucht bringen.

Erntedank

Wir können und dürfen darauf vertrauen, dass das, was wir jetzt tun, einmal zur Entfaltung kommt, vielleicht nicht gerade dann, wann wir es erwarten.
Üben wir uns in der Kunst der kleinen Schritte, wie es einmal Antoine de Saint-Exupery ausdrückte (und haben wir die)
Oder: „Aus dem etwas machen, wozu ich gemacht worden bin“ -
könnte das Motto nach einem jüngst erschienenen Seelsorgebuch lauten (das mit Gottes Begabungen an uns ernst macht).

Denn unser Glaube und Handeln trägt Frucht und gibt Hoffnung, wo scheinbar alles gegen die Hoffnung zu stehen scheint, wie eine kurze Anekdote zu erzählen weiss. Mit ihr möchte ich schliessen.

Einmal kamen drei Schüler zu ihrem Meister und fragten: Wenn alles hoffnungslos ist, wie kann man dann noch hoffen?“ Der Meister antwortete: „Immer gilt: Haltet der Einsamkeit stand und wartet, denn alle Hoffnungslosigkeit kommt aus der Angst vor der Einsamkeit und aus der Ungeduld.“ Die Schüler aber gaben sich nicht zufrieden und erzählten von den Schicksalen anderer Menschen. Der erste: „Wenn ein Kind, das Licht seiner Eltern, unheilbar auf den Tod liegt – wo ist da Hoffnung?“ Der zweite: „Wenn einen die Geliebte verlassen hat, und war sie doch das Leben – wie töricht ist da Hoffnung!“ Der dritte: „Wenn einer fortgeführt wird in die Fremde und keine Brücke kehrt zurück – worauf da noch hoffen?“ Und wieder antwortete der Meister: „Der Einsamkeit standhalten und warten!“ Und weil sie ihn um ein Zeichen nach diesen dunklen Worten baten, gab er ihnen ein Samenkorn. „Wenn das Neue kommen soll, muss Altes sterben“, sagte er und entließ sie.
Die Gegend aber war unwegsam und die Nacht dunkel. Weitab von des Meisters Haus kamen die drei vom Weg ab, irrten umher und fielen in eine Höhle; die war sehr tief, doch sie blieben unverletzt. Wie sie dort auf dem weichen Moose lagen und sich ihrer Lage bewusst wurden, fiel ihr Blick nach oben uns sie sahen den Mond; der beschien ihr Elend. „Es ist hoffnungslos“, begann der eine, „wir kommen aus eigener Kraft nicht heraus, man wird uns nicht finden, und unsere Schreie werden in der Einsamkeit verhallen. Wenn ihr hier vor mir sterben solltet, bleibe ich allein und einsam. Soll ich darauf warten? Und soll ich ein Samenkorn pflanzen, dessen Früchte ich nicht mehr ernten kann – welchen Sinn macht das?“
Dann beugte er sich nieder, weinte, wurde still und tat seinen letzten Atemzug. Sprach da der zweite Schüler: „So geht es mir auch, doch untätig auf den Tod warten will ich nicht.“ Darauf begann er, an den steilen Wänden der Höhle hinaufzuklettern, erreichte wohl die halbe Höhe, rutschte dann aber ab. Im Fallen schlug er gegen die Wand und blieb tot unten liegen. Der dritte Schüler blickte auf seine beiden Gefährten und dachte bei sich: „Angst einmal allein zu bleiben, muss ich nun nicht mehr haben, denn ich bin allein. Schwach, wie ich bin, kann das Warten mich nur stärken.“ Dann blickte er um sich, sah Pflanzen und Sträucher auf dem Grund der Höhle und hörte hinter sich eine Quelle. Da fuhr er mit der Hand durch das Wasser, streichelte den Boden, der ihm Nahrung geben konnte. Wie er dies tat, fiel sein Blick auf das Samenkorn, das ihm beim Sturz in die Höhle aus der Tasche gefallen war. Er nahm es und setzte es in die Erde.
Am nächsten Morgen fielen Sonnenstrahlen in die Höhle; die wärmten ihn. Kräuter, Beeren und Wasser waren seine Nahrung Tag für Tag. Das Samenkorn aber keimte, und über die Tage, die Wochen und die Jahre wuchs der Keimling zu einem Trieb und der Trieb zu einem Baum, uns seine Krone strebte der Höhlenöffnung entgegen. Da dankte der Schüler Gott, kletterte den Stamm empor, verliess die Höhle und rannte zum Haus des Meisters:
„Es gibt Hoffnung, auch wenn keine Hoffnung mehr ist“, rief er. „Du hast es gewusst, ich danke dir.“ Da lächelte der Meister still und sprach: „Wohl habe ich es gesagt, aber ich wusste es nicht, denn ich war noch nie ganz ohne Hoffnung.“
(Herbert A. Gornik, Von der Hoffnung, wo nichts zu hoffen ist. Aus: Das kleine Buch vom Hoffen, hg. von Herbert A. Gornik, Christophorus Verlag, Freiburg im Breisgau 1985)


Amen.


Taufansprache

Liebe Tauffamilie, liebe Patinnen und Paten,

es gibt Momente im Leben, die es verdienen, besonders gefeiert zu werden. Ihr seid heute hier, um Euer Kind Yannick taufen zu lassen. Einen schönen Namen habt Ihr Euch ausgesucht.

Ich weiss nicht ob Sie es wussten:
Yannick ist die bretonische oder dänische Koseform des Vornamen Jan, welcher eine Kurzform von Johannes ist.
Johannes ist wiederum die griechische Form des hebräischen Yochanan (יוחנן) und bedeutet „Gott ist bzw. sei mir gnädig“. Im Judentum war das Ausdruck einer als Geschenk aufgefassten Geburt zu verstehen.

Der Jünger und Apostel Johannes wird im Neuen Testament nun als derjenige bezeichnet, den Jesus lieb hatte.

Yannick – also ein von Gott geliebtes Kind.

Aufgeweckt (und mit einem ansteckenden Lächeln) will er die Welt entdecken. Noch klein und verletzlich, angewiesen auf die Hilfe Gottes und: die der Eltern und Paten.
Tage und Wochen intensiver Eindrücke liegen hinter Ihnen, das Bewundern des neuen kleinen Erdenbürgers, das Miterleben der ersten Bewegungen und Äusserungen ihres Sohnes. Intensiv und vielleicht mit Belastungen war die Zeit kurz nach der Geburt – aber der kleine Yannick entpuppte sich als ein pflegeleichtes Kind, wie Sie mir erzählten.

Lange und gute Tradition ist es, dass da wo Menschen im Bereich der Kirche wichtige Abschnitte/Wege in ihrem Leben bedenken, ein biblischer Text den neuen Weg begleitet.

Denn Gott hat seinen Engeln befohlen, dich zu behüten auf allen deinen Wegen.
Il Signore dara ordine ai suoi angeli, di prottegerti ovunque tu vada.


Diesen Vers aus dem 91. Psalm[Link] habt Ihr für Yannick ausgesucht.
Ein schöner Psalm, der Gottes Nähe und liebende Zuwendung an allen Orten und zu jeder Zeit unseres Lebens eindrücklich vor Augen malt.
Gottes Engel wollen ihn auf allen seinen Wegen, bei seinen ersten Schritten, in allen neuen Entdeckungen und Erfahrungen begleiten und schützen.
Mit der Taufe erfährt Yannick diese Nähe und wird mitaufgenommen in die christliche Gemeinschaft, getragen von Gottes schöpferischem Geist.

Und weil dieser Psalm so schön ist, möchte ich ihn ganz lesen – in einer modernen Übersetzung (Arnold Stadler):
Denn
er hat seinen Engeln aufgetragen,
dich auf immer zu beschützen
auf jedem Weg.
Sie tragen dich auf Händen,
damit deine Füße anstoßen nirgendwo.
Du wirst vorbeikommen
an Löwen und Schlangen,
ja selbst mit Drachen fertig wirst du.

[Teile des Psalms fehlen noch. Dies ist ein Google-Fund. Der Webmaster]


Gottesdienstablauf

Orgelvorspiel

Votum und Begrüßung
(Wir feiern diesen Gottesdienst)
im Namen Gottes – Quelle, die belebt
im Namen Jesu Christi – Wahrheit, die befreit
im Namen des Heiligen Geistes – Kraft, die erneuert

Desidero dare a tutti voi il mio piu cordiale benvenuto.
Oggi celebriamo la festa del Raccolto e questo thema sara il centro della mia meditazione e del culto di oggi.

Herzlich willkommen, liebe Gemeinde, zu diesem besonderen Gottesdienst, in dem
wir auch eine Taufe feiern wollen.

Nach dem Kirchenjahreskalender wird am heutigen Sonntag das Erntedankfest gefeiert. Ich habe erfahren, dass dieser Tag hier wenig bekannt ist – so soll dieses Thema im Mittelpunkt des heutigen Gottesdienstes stehen und neben der Predigt in Liedern und Gebeten (seinen) Ausdruck finden.

Erntedank – Saat und Hoffnung) – Dank an Gott, der uns Leben in Fülle schenkt und immer (wieder) Neues und Unerwartetes für uns bereithält.

Das Erntedankfest liegt in der Nähe zum Ende des Kirchenjahres.
Es ist ein traditionsreiches Fest, in dem wir Gott für die vielfältigen Gaben seiner Schöpfung loben, mit denen er uns (so reichlich) versorgen will – und in dem wir daran erinnert werden, dass der Ertrag unserer Arbeit nicht von uns allein abhängt, sondern von Gott her kommt.
So können wir auch diejenigen nicht vergessen, die in unserer Welt Hunger leiden, sondern müssen daran arbeiten, damit auch sie teilhaben an den Gaben von Gottes Schöpfung.
Seit dem 5. Jahrhundert feiert die Kirche einen Erntedanktag. Häufig fiel dieser mit dem Michaelistag zusammen, da hier das Wirken Gottes durch die Engelmächte, das in der Natur sichtbar werden kann, bedacht wurde.

Mit Engelmächten hat auch die heutige Taufe/der heutige Taufspruch für unser neues Gemeindeglied zu tun, denn/ja – wir feiern heute die Taufe von Yannick (Ramser) und heissen ihn willkommen in der Gemeinde.

Morgenlied RG 568, 1.4.8 (EG 446, 1.4.8)
Wach auf, mein Herz und singe

Gebet
Gott, Schöpfer, Du schenkst uns Erde, Luft und Wasser zum Leben, den neuen Tag, gibst Hoffnung, wenn uns Mut und Kraft verlassen wollen.
Mit dem Licht des anbrechenden Morgens willst Du uns immer neu begegnen, uns wachrütteln und nach vorne schauen lassen und sprichst leise in uns hinein: es geht weiter, hör und schau genau hin. Lass die lauten Stimmen unserer Wünsche, unserer Pläne, unserer Ängste und Sorgen in uns stille werden.
Gott, wir bitten dich an diesem Morgen, erfülle uns mit deinem schöpferischen Geist, nimm von uns, was uns belastet und lass uns Deine Nähe spüren. Sei du bei uns, wenn wir gemeinsam hören, beten und singen.
Amen.

Lied RG 540, 1-2 (EG 508, 1-2)
Wir pflügen und wir streuen

Taufe

Meditation

Taufansprache

Taufhandlung

Taufgebet

Tauflied RG 186, 1-4 (ähnlich EG 212)
Voller Freude sehn wir, Gott, dein Wunder

Lesung
Psalm 104[Link]

Lied RG 540, 3.4 (EG 508, 3+4)
Wir pflügen und wir streuen

Predigt

Orgelzwischenspiel

Lied RG 723, 1-4.8 (EG 324, 1-4.8)
Ich singe dir mit Herz und Mund

Fürbitten – Stille – Unservater

Lied RG 704 (EG Württ. 576, Bay./Thür. 697)
Meine Hoffnung und meine Freude
Il Signor è la mia forza
O ma joie et mon espérance

Kollekte

Mitteilungen

Lied RG 345 (EG 175)
Ausgang und Eingang (Kanon, a cappella)

Segen
Andiamo in pace, nella potenza dello spirito del Signor per essere nel mondo e in parole, e in opere, dei testimoni fedeli della speranza che e in Christo.
Der Herr segne uns und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen.

Orgelnachspiel

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